SounddesignLAUSCH kreiert Special-FX, Foley- und atmosphärisches Sounddesign
auf höchstem Niveau; Hörspiel-, Film- und Gamevertonungen in Stereo
und 5.1. - "Hollywood für die Ohren".
3 Fragen an Günter Merlau zu Sounddesign
Was bedeutet der Begriff Sounddesign, speziell für das Medium Hörspiel?
Der Begriff Sounddesign ist kein „amtlicher“ Begriff, wie z.B.“ Komposition“, oder „Arrangement“ und wird dementsprechend in vielen Gebieten unterschiedlich benutzt. Als Sounddesigner bezeichnet man sowohl einen Tontechniker, der Klingeltöne, oder Soundlogos für Webseiten programmiert, als auch einen Special-FX-Macher für Film- und Kinoproduktionen. Dazwischen liegt ein großes Spektrum von designtem Sound. Die immerwährend voranschreitende Technik, im Besonderen der digitale Welt bietet Machern von Sound seit den 90er Jahren erhebliche Erleichterungen im Verwenden vieler Klänge, sodass aber auch der Anspruch an Sound entsprechend stetig steigt. Vergleicht man eine monumentale Verfilmung der 80 Jahre mit einer heutigen, liegen dazwischen die berüchtigten Welten.
Eine Bassdrum z.B. ist erst wirklich ab den späten 80er Jahren als tiefes Instrument hörbar gemacht worden, weil das Frequenzspektrum vorher ein Abbild von Bass- und Subbass gar nicht möglich gemacht hat. Ähnlich verhält es sich mit den hohen Frequenzen, eine Produktion aus den 50er und 60er Jahren entspricht frequenzmäßig und überspitzt formuliert etwa heutigem Sound aus einem Handy-Lautsprecher. Konträr dazu ist eine irgendwie lächerliche Entwicklung, dass „Kids“, die mit dem komprimierten, also beschnittenen und im Grunde „schlechten“ Klang von MP3-Musiken aufwachsen, diesen als besser, „cooler“ empfinden, als eine klang-reiche CD-Produktion.
Was unterscheidet die einzelnen Auffassungen von Sound in den unterschiedlichen LAUSCH-Produktionen?
Jede Serie hat bei uns ein eigens Klang-Konzept, das viele Komponenten beinhaltet.
Diese Komponenten sind aber nicht nur Geräusche oder Effekte, sondern im falle von CAINE und DIE SCHWARZE SONNE z.B. als allererstes Besetzungsfragen. Ich habe die „Sonne“ in erster Linie mit Theaterschauspielern besetzt, die einen ganz anderen stimmlichen Gestus, Tonus und Habitus mitbringen, als z.B. die Synchronsprecher in CAINE. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sich andere Produzenten mit den ewig gleichen Synchronschauspielern schmücken, nur um professionell zu wirken. Des weiteren werden für jede Serie Foley- und Spezial-Effekte konzipiert, Übergänge, akustische Leitmotive, abstrakte- und naturalistische Geräusche „durchgezogen“, ähnlich der Arbeit an einem „Corporate Design“ im Visuellen. Nichts wäre für mich schlimmer, als wenn alle unsere Produktionen den selben beige/braunen Brei ergeben würden. Hellboy liegt mit seinem Klang-Gewand modisch etwa genau zwischen „Caine“ und „Die schwarze Sonne“, weil das auch inhaltlich/thematisch so ist. Manchmal frage ich mich aber auch, ob das überhaupt jemand merkt;-)
Wie wird Sound „designed“?
Ich sehe zumindest künstlerisch immer alles in Zusammenhang und in Beziehung zueinander stehen.
Sound ist immer ein Zusammenspiel sehr vieler Komponenten, die im besten Fall mehr, und im schlechteren Fall weniger als die Summe ihrer Teile ergeben.
Im Grunde geht das „Design“ schon beim Schreiben des Drehbuchs los, der „Ton“ die Atmosphäre sollte im besten Fall schon hier herauslesbar oder sogar zwingend sein. Weiterhin bestehen die Komponenten aus Timbre und Phrasierung (der Schauspieler), Dynamik, Tempo und Fluss (des Schnitts und der Inszenierung insgesamt), eigens kreiertem Foley- und Special FX-Konzept, Einsatz von abstrakten und musikalischen Effekten und nicht zuletzt dem „Score“ also der Hörspielmusik. Diese Komponenten bedingen und beeinflussen sich unweigerlich und jedes „Verdrehen“ eines noch so kleinen Rädchens in diesem Räderwerk, eines Verstellen eines Parameters hat Auswirkung auf das gesamte Geflecht, wobei Schauspiel und Musik sicher als die größten Räder zu nennen sind, die die massivsten Auswirkungen auf „Sound“ haben.
