Die Schwarze Sonne – Fragen und auch Antworten!
Günter Merlau zur Produktion der aktuellen Folge von Die Schwarze Sonne – und „das große Geheimnis, das das Leben selbst ist”….!
Du recherchierst und schreibst an Deiner „Schwarzen Sonne“ jetzt über 6 Jahre, viele der Hörer lieben die unübliche und teilweise sprunghafte Machart, die durchweg emotionalen, fast spirituellen Themen und Texte, die schneidenden Dialoge und die umfangreichen Innenschauen der Hauptprotagonisten; es gibt aber auch immer wieder sehr kritische Stimmen an dieser sicher eigenwilligsten Hörspielserie auf dem Deutschen Hörspielmarkt. Wie gehst Du mit Dieser Kritik um?
Kritik an einem Kunstwerk zu üben ist eine legitime Sache und mir ist völlig klar, dass Die Schwarze Sonne sehr viel „Angriffsfläche“ für Kritiker bietet, ich möchte auf die Frage mit einer Aussage von Jürgen Holdorf (alias „Der Lemur“ alias „Jack“) reagieren, die er nach den sehr heftigen Aufnahmen zu Sonne 10 beim gemeinsamen Rauchen getroffen hat. Er sagte sinngemäß: „Zuerst dachte ich, das ist mir alles zu heftig und zu durcheinander, bis ich erkannt habe, dass der geistige Unterstrom alles zusammenhält, man aus unterschiedlichsten Perspektiven (und damit sind nicht nur die verschiedenen Zeitebenen gemeint) Einblicke auf ein Mysterium
bekommt, das so groß ist, wie das Leben selbst. Und heutzutage, wo erfolgreiche Themen hundertfach kopiert werden, die Plagiate der Plagiate neu und immer wieder neu verwertet werden etwas künstlerisch Eigenständiges überhaupt auf die Beine zu stellen, ist eine besonders große Leistung.“ Von einem großartigen Schauspieler wie Jürgen Holdorf nehme ich das als Maximal-Kompliment sehr gerne und fast beschämt entgegen, allerdings reicht die Scham nicht soweit, dass ich hier nicht darüber sprechen könnte ;-)
Es gibt viele angerissene Themen und Episoden in den bisherigen Folgen. Werden einige Handlungsstränge beendet, werden neue aufgetan, werden die Fans der „Sonne“ mehr über das große Geheimnis erfahren?
Sicher, sie erfahren in jeder Folge sehr viel mehr über „das große Geheimnis, das das Leben selbst ist“ und auch über die Hintergründe einer Weltanschauung, die eben keinen Krimi oder einen Thriller, sondern das Geflecht der Welt und des Menschseins
zum Thema hat. Hier bin ich über alle Maßen genau und detailliert, natürlich nur im Rahmen meiner (bescheidnen) literarischen Fähigkeiten, eigentlich bin ich ja Musiker, aber ich habe seit Anfang an meinen musischen Hintergrund als große Bereicherung für das Medium auch in textlicher Hinsicht empfunden. „Die Welt ist Klang“ ist ein sehr interessantes Buch, das Budhistische Lehren, Quantenphysik und Musizieren an sich in Kontext und Beziehung setzt, ich versuche das bei LAUSCH-Produktionen im Allgemeinen und im Besonderen bei der „Sonne“ umzusetzen. Es wird auf jeden Fall eine der traurigsten Folgen, aber auch eine der hoffnungsvollsten.
Du hast für die Sonne 10 den musikalischen Aufwand wieder sehr umfangreich gestaltet, was wird uns gerade in diese Hinsicht erwarten?
Zusammen mit Martin Bentz habe ich einige wundervolle Cello-Quartette aufgenommen, die sich motivisch mit „Abschied“ beschreiben lassen, außerdem handelt eine Episode im Vorkriegs-Warschau, auf die ich auch musikalisch eingegangen bin, insgesamt wird die Musik, wie immer bei LAUSCH-Produktionen eine große Rolle spielen und ich habe es sehr genossen, mit den großartigen Schauspielern und Musikern zusammen zu arbeiten, das ist der Grund, warum man diesen Beruf gewählt hat, ich bin sehr zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen und kann nur hoffen, dass mir die Liebhaber der Serie verzeihen, was ich dort in Sonne 10 anrichte. Es könnte meine absolute Lieblingsfolge werden
